iPad – das aufregendste Tor ins (Social-)Web – Teil 1

Jul 07, 2010 1 Kommentar von Michael

Das iPad wurde und wird gefeiert. Viele sehen darin ein “breakthrough device” für die Medienwelt, welches besonders Marketing und Kommunikation ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Andere erkennen im iPad Pygmalions Galatea, die eine Wiedergeburt des Qualitätsjournalismus einleitet und die Verlagswelt in die digitale Zukunft führen könnte. Aber was ist das iPad wirklich? Innovationsträger, überbewertetes Spielzeug für Nerds oder ein Stargate ins Social Web?

Pflichtprogramm für Kommunikatoren
Natürlich gibt es solche, die mit überlegener Geste abwinken und über einen “Marketinggag ohne Flash” spötteln. Aber ausseinandersetzen muss sich jeder Kommunikations- und Marketingprofi mit dem neuen “Wunderding”. Denn wer im iPad lediglich ein Spielzeug oder ein halbzeitwertiges Trendprodukt sieht, springt zu kurz. Wir glauben: Das iPad und die bald folgenden, selbsternannten Android-”iPad-Killer”, z. B. das “1&1 Smart Pad” werden Marketing und Kommunikation vor allem im Social Web in eine andere Dimension bringen: Das iPad …

  • ist ein gegenwärtig konkurrenzloser und sehr attraktiver Zusatzkanal, um vernetzte Inhalte im (sozialen) Echtzeitweb anzubieten
  • ist ein Mittel für echten Dialog und Interaktion und nicht nur “Abruftool”
  • passt wie kein anderes Gerät in die Welt der “neuen Meinungsmacher” (A. Zerfaß) und der Cluetrain-Kommunikation (T. Pleil)

Man könnte auch sagen: Das iPad ist das richtige Tool zur passenden (Echt-)Zeit.

Das Aktivierungsding
Das iPad hat das Potenzial, im “Lean Back” verhaftete “Couch Potatos” zu aktivieren.
Sie sitzen dann nicht mehr “Out-of-Rosenheim” vor der Flimmerkiste, sondern werden – ganz “always-on” – Teil eines riesigen, digital vernetzten Online-Lagerfeuers. Und sind plötzlich ansprechbar für Online-Kommunikation, tauschen sich aus, teilen sich mit, werden Teil des Groundswell. Das iPad kann also schaffen, was bisher nicht gelang: das “Lean-Forward”-Medium Internet in die “Lean-Back”-Welt der Couch-Konsumenten hineinzutragen.

Experten sind sich einig: Das iPad als Lifestyle- und Status-Symbol für design- und internetaffine Sinusmilieus wird den Einzug des mobilen Web “flach”, schön und leicht in die Lebenswirklichkeit dieser Teilöffentlichkeiten stark beschleunigen. Bald wird der schnelle (da ohne Booten des PCs oder Macs mögliche) Internetzugriff so selbstverständlich sein, wie der Radiokonsum während des Duschens, die Buchlektüre im Freibad oder das TV-Schauen während des Abendessens.

Wo ist der Haken?
Das hört sich ja alles gut an. Das iPad stärkt die Medienkonvergenz und befreit evtl. sogar die Brecht´sche Radiotheorie der 20er Jahre aus der statisch fixierten Welt der Bücher und macht diese zur gängigen und gelebten Praxis des 21. Jahrhunderts. Gäbe es da nicht die leidige Frage nach dem Geld bzw. dem Paid-Content im Online-Journalismus … Also Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Rechnung mit einigen Unbekannten
Eine zentrale Frage bleibt also: Sind die User bereit für gute Inhalte zu zahlen? Wie hoch wird die Reichweite sein? Experten rechnen zunächst mit weit über einer Million in Deutschland. Und hat sich Apple mit der “Ante-Portas-Strategie” im Hinblick auf Flash nicht selbst ein oder sogar zwei Bein(e) gestellt? Kommt hier evtl. HTML  5.0 zu spät?

Trotz alledem und alledem
Aber natürlich bleibt das iPad, trotz dieser Unbekannten, ein interessantes “Tool” für PR- und Marketing-Strategien und Kampagnen. Das iPad bringt einfach die Aura der coolen, designorientierten, gut gebildeten, gut verdienenden Konsumenten mit und wer möchte sich so eine Chance entgehen lassen?

Im zweiten Teil unserer Trilogie werden wir auf die PR-Relevanz und den praktischen Nutzen des iPads eingehen … Wie immer freuen wir uns aber schon jetzt auf ihre Kommentare. Diskutieren Sie mit und verraten Sie uns, wie Sie das iPad sehen – Medenrevolution oder Nerd-Spielzeug?

Blog, Externe Kommunikation, Medienarbeit, Mobile PR, Public Relations, Social Media, Topnews, Trends

Der Autor ...

Michael Manger, 31, arbeitet als Social Media Consultant bei Klenk & Hoursch, denkt nach über Webdesign, die Zukunft des Internets, Social Media und PR 2.0, mag inspirierende Medien, gute Bücher und digitale Kunst.

Eine Antwort to “iPad – das aufregendste Tor ins (Social-)Web – Teil 1”

  1. Tweets that mention iPad – das aufregendste Tor ins (Social-)Web – Teil 1 -- Topsy.com says:

    [...] This post was mentioned on Twitter by alphazeichen, Arnold Melm. Arnold Melm said: iPad – das aufregendste Tor ins (Social-)Web – Teil 1 http://bit.ly/bBeM68 #socialmedia #PR #Journalismus [...]

Hinterlasse Deine Gedanken