Paid-Content – Eine Betrachtung

Jun 29, 2010 1 Kommentar von Michael

Liegt die Zukunft des Online-Journalismus im Paid-Content?

Eines scheint in der Paid-Content-Diskussion sicher: Halbherzig wird`s nichts. Nur den mutigen, kreativen, innovativen Verlegern gehört die langfristige, profitable Zukunft des Online-Journalismus. Diesen Grundsatz kann man als Betroffener auch wesentlich religiöser formulieren. Vielleicht in Ehrfurcht vor der geradezu übermenschlich-großen Aufgabe kam Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel-Springer AG, direkt auf das Göttliche des eigenen Verleger-Daseins: „Wir haben als Verleger geradezu eine heilige Verantwortung, alles zu versuchen, um eine Wirtschaftsgrundlage für die digitale Welt zu schaffen.“ Na dann – viel Glück in diesem quasi göttlichen Amt. Abgerechnet wird trotzdem in dieser Welt.

Döpfner macht auch gleich heiligen Ernst und kündigte in der FAZ an, dass die regionalen Online-Auftritte des Verlagshauses künftig nur noch einen kleinen Teil des Angebots kostenlos im Netz anbieten werden. Für den Rest sollen wir Leser bezahlen. Ob dieses sogenannte „Premium“-Modell wirklich funktioniert, wird die Zukunft zeigen.

Alte Diskussion mit neuen Hoffnungen
Die Diskussion um den Paid-Content ist so alt, wie der Internet-Journalismus selbst. Angeführt und befeuert wird die aktuelle Diskussion um die Online-Bezahlinhalte erneut vom Medienfürsten Rupert Murdoch.

Auf mich wirken diese Versuche fast schon anachronistisch und, ja, ich teile stellenweise den Spott von Bloggern und anderen webzweinulligen Netzaktivisten, die für solche Vorschläge nur noch ein müdes, digitales „Schmunzeln“ übrig haben.

Aber zahlt man denn nicht gerne für richtig gute Qualität? Meine persönliche Antwort ist ganz klar: JA! Bietet der deutsche Online-Journalismus allerdings wirklich gute Qualität? Sind nicht viele Inhalte und Online-Magazine eher auf Google und die IVW ausgerichtet und nicht so sehr auf den Leser? Für Spiegel-Online wäre ich sicher bereit einen kleinen Obolus zu entrichten, auch für Mashable (ein US-Angebot). Für ECHO-Online eher nicht. Vielleicht bin ich aber auch nur die falsche Zielgruppe für ein durchaus gutes Angebot…

Liegt die Lösung in der App-Kultur?
Für mich als Leser, wie für viele Verleger und Verlage, liegt im iPad das Heil. Die iPad-App von Welt-Online finde ich absolut gelungen, die Out-of-Home-Kampagne dazu ebenfalls. Die Welt als Tageszeitung war dagegen nie eine Alternative zur FAZ und zur Süddeutschen. Es vergeht seither kein Tag mehr, in dem ich nicht mein iPad zücke und die „Welt HD iPad-App“ aufrufe, um in dieser Zeitung zu schmökern. Jawohl: zu schmökern!

Die Paid-Content Diskussion ist sicher noch lange nicht beendet und die Vorschläge von Gisela Schmalz (Autorin von NoEconomy) sind sicher fürs Erste gut.

Was mich aber viel eher interessiert: Was meinen Sie? Macht die Gratiskultur das Netz kaputt oder ist gerade diese Kultur der Urquell des Social Web? Vereinfacht kann man auch fragen, wo Sie die Zukunft des Journalismus sehen: Im Qualitäts-Journalismus der Verlage oder im Bürgerjournalismus der Blogosphere?

Liegt die Zukunft des Online-Journalismus im Paid-Content?
Eines scheint in der Paid-Content-Diskussion sicher: Halbherzig wird`s nichts. Nur den mutigen, kreativen, innovativen Verlegern gehört die langfristige, profitable Zukunft des Online-Journalismus. Diesen Grundsatz kann man als Betroffener auch wesentlich religiöser formulieren. Vielleicht in Ehrfurcht vor der geradezu übermenschlich-großen Aufgabe kam Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel-Springer AG, direkt auf das Göttliche des eigenen Verleger-Daseins: „Wir haben als Verleger geradezu eine heilige Verantwortung, alles zu versuchen, um eine Wirtschaftsgrundlage für die digitale Welt zu schaffen.“ Na dann – viel Glück in diesem quasi göttlichen Amt. Abgerechnet wird trotzdem in dieser Welt.

Döpfner macht auch gleich heiligen Ernst und kündigte in der FAZ an, dass die regionalen Online-Auftritte des Verlagshauses künftig nur noch einen kleinen Teil des Angebots kostenlos im Netz anbieten werden. Für den Rest sollen wir Leser bezahlen. Ob dieses sogenannte „Premium“-Modell wirklich funktioniert, wird die Zukunft zeigen.

Alte Diskussion mit neuen Hoffnungen
Die Diskussion um den Paid-Content ist so alt, wie der Internet-Journalismus selbst. Angeführt und befeuert wird die aktuelle Diskussion um die Online-Bezahlinhalte erneut vom Medienfürsten Rupert Murdoch.

Auf mich wirken diese Versuche fast schon anachronistisch und, ja, ich teile stellenweise den Spott von Bloggern und anderen webzweinulligen Netzaktivisten, die für solche Vorschläge nur noch ein müdes, digitales „Schmunzeln“ übrig haben.

Aber zahlt man denn nicht gerne für richtig gute Qualität? Meine persönliche Antwort ist ganz klar: JA!. Bietet der deutsche Online-Journalismus allerdings wirklich gute Qualität? Sind nicht viele Inhalte und Online-Magazine eher auf Google und die IVW ausgerichtet und nicht so sehr auf den Leser? Für Spiegel-Online wäre ich sicher bereit einen kleinen Obolus zu entrichten, auch für Mashable (ein US-Angebot). Für ECHO-Online eher nicht. Vielleicht bin ich aber auch nur die falsche Zielgruppe für ein durchaus gutes Angebot…

Liegt die Lösung in der App-Kultur?
Für mich als Leser, wie für viele Verleger und Verlage, liegt im iPad das Heil. Die iPad-App von Welt-Online finde ich absolut gelungen, die Out-of-Home-Kampagne dazu ebenfalls. Die Welt als Tageszeitung war dagegen nie eine Alternative zur FAZ und zur Süddeutschen. Es vergeht seither kein Tag mehr, in dem ich nicht mein iPad zücke und die „Welt HD iPad-App“ aufrufe, um in dieser Zeitung zu schmökern. Jawohl: zu schmökern!

Die Paid-Content Diskussion ist sicher noch lange nicht beendet und die Vorschläge von Gisela Schmalz (Autorin von NoEconomy) sind sicher fürs Erste gut.

Was mich aber viel eher interessiert: Was meinen Sie? Macht die Gratiskultur das Netz kaputt oder ist gerade diese Kultur der Urquell des Social Web? Vereinfacht kann man auch fragen, wo Sie die Zukunft des Journalismus sehen: Im Qualitäts-Journalismus der Verlage oder im Bürgerjournalismus der Blogosphere?

Medienarbeit

Der Autor ...

Michael Manger, 31, arbeitet als Social Media Consultant bei Klenk & Hoursch, denkt nach über Webdesign, die Zukunft des Internets, Social Media und PR 2.0, mag inspirierende Medien, gute Bücher und digitale Kunst.

Eine Antwort to “Paid-Content – Eine Betrachtung”

  1. Tweets that mention Paid Content – Eine Betrachtung -- Topsy.com says:

    [...] This post was mentioned on Twitter by DanielJHanke. DanielJHanke said: RT @echtzeitblog: Neu im Blog: http://www.echtzeitschrift.info/?p=218 – Liegt die Zukunft des Online-Journalismus im Paid-Content? #echt … [...]

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