Der Klout-Score: The Standard of Influence

Jun 23, 2011 2 Kommentare von

Der Klout-Score ist ein Analyse Tool, das den Online-Einfluss, den Influence bzw. den Social Impact, von Menschen und Organisationen auf Twitter, Facebook, Foursquare, Instagram, YouTube, Tumblr, Blogger, LastFM und Flickr misst. Klout erfasst also die Bedeutung einer natürlichen und juristischen Person im Social Web. Der Klout Score wird meist in der Krise bzw. auch bei PR- oder Social-Media-Marketing-Kampagnen eingesetzt, um die Reichweite bzw. den Einfluss von relevanten Zielgruppen zu messen. So kann z.B. die Kommunikationsabteilung kritische Facebook-Fans oder Twitter-Follower einordnen und auf Posts dieser Kritiker passend reagieren.

Klout ist inzwischen zum Quasi-Standard bei der Erfassung des so genannten Social Impact, des Gesamteinflusses im Social Web, geworden, sogar das Profi-Monitoring- und Analysetool Ethority führt Klout nun im gridmaster 2.0.

Doch was steckt hinter diesem abstrakten und so oft zitierten Klout-Score? Nur eine fixe Idee oder eine wirklich ernstzunehmende Kennzahl?

Die Berechnung des Scores
Die Klout Inc. aus San Francisco stellte vor ca. zwei Jahren mit dem Klout-Score eine erste Kennzahl für das Social Web auf. Der Klout-Score ermittelt über die Anzahl der Freunde, der Zahl der Re-Tweets und die Update-Häufigkeit von Channels etc. den Status eines Users im Social Web. Klout verdichtet dabei diese einzelnen Parameter in einer Zahl, dem Klout-Score. Darüber hinaus ordnet Klout die einzelnen User in eine Klout-Influence-Matrix ein (s. Abb. 1). Auch diese Einordnung beinhaltet eine Wertung. So ist ein „Thought Leader“ meist bzw. immer einflussreicher als ein „Explorer“, auch wenn er weniger Follower besitzt.

Matrix

Der Klout Score wird hierbei aus 25 einzelnen Variablen gebildet. Die Formel für den Klout-Score sieht wie folgt aus:
Klout-Score-Formel

Natürlich kann man über die gesetzten Parameter streiten, dennoch ist der Klout-Score eine akzeptierte Größe und deshalb für die Social Media Analyse gesetzt.

Der Klout-Score in der Praxis
Der Klout-Score hilft in erster Linie der Orientierung für die Unternehmenskommunikation im Web zu erleichtern. So hat kürzlich der Guardian mit Hilfe von Klout ermittelt, dass der kanadische Teenyschwarm und Sänger Justin Bieber einen weitaus höheren Einfluss (Social Impact) auf Twitter hat, als der Dalai Lama oder Barack Obama. Tweets von Bieber werden demnach 10x häufiger gelesen (Views), als die des US-Präsidenten. Ich finde dies etwas verwunderlich, aber dies ist eben die reale Social Media Welt.

Aber nicht nur bei der schnellen Einordnung von Influencern ist der Klout-Score inzwischen unerlässlich, sondern auch im HR-Bereich erfreut er sich zunehmender Beliebtheit. Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in den USA schon gängige Praxis: Der Elektronik-Händler Best Buy suchte z.B. einen Social Media Experten über folgende Kriterien bei der Neueinstellung aus: Hochschulabschluss, vier Jahre Führungserfahrung und über 250 Follower auf Twitter, zudem sollte er einen Klout-Score von über 30 mitbringen. Der Klout-Score ist folglich von der Social-Media-Kennzahl zum HR-Qualifikationskriterium geworden. Eine Entwicklung, die bei Social-Media Jobs natürlich Sinn macht.

Und wo bleibt die Kritik am Klout-Score?
Viele einflussreiche Menschen würden sicher einen sehr hohen Klout-Score haben, aber sie sind eher passiv im Social Web dabei, lesen, kommentieren im Bekanntenkreis und setzen Dinge eher in die Tat um und twittern darüber nicht immer unmittelbar aktiv, da oft einfach die Zeit fehlt. Zwar haben diese Menschen das Wissen um das Social Web, setzen aber täglich nicht x Postings ab und haben so einen eher geringen Klout-Score, haben aber durchaus großen Einfluss, der einfach nicht erfasst wird.

Ungeachtet dieser Bedenken ist für mich Klout mit Sicherheit eine Kennzahl mit der man arbeiten muss und kann. Natürlich gibt es auch andere Analyse-Tools im Style von Klout u.a. der peerindex.net oder der Vitrue Social Media Index.

Die Mischung machts: Nicht der Klout-Score allein kann über den Einfluss einer Person oder Organisation entscheiden, sondern ein Compositum Mixtum aus KPIs und Kennzahlen kommt der Wahrheit näher.

Ich selbst ziehe bei der Bewertung einer Person im Social Web auch den Social Media Index von Vitrue, den Klout-Score und den Peerindex heran, um möglichst eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge zu bekommen und urteile erst dann.

Wie sehen Sie den Klout Score? Ist der Klout nur ein Zwischenschritt zum universellen Social Media KPI oder eine Entwicklung, die nicht mehr zu stoppen ist – ist evtl. Klout schon die Kennzahl im Social Web?  Was denken Sie? Wie immer freuen wir uns auf Ihre Kommentare …

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Corporate Communications, Externe Kommunikation, Interne Kommunikation, Online-Journalismus, Public Relations, Social Media, Trends

Der Autor ...

Daniel J. Hanke, 36, arbeitet seit vielen Jahren als Corporate Communications Consultant bei Klenk & Hoursch. Er beschäftigt sich mit Transparenzstrategien, Online-Strategien und digitaler Kommunikation, kann andererseits die Finger nicht von Magazinen, Büchern und Zeitungen lassen.

2 Antworten to “Der Klout-Score: The Standard of Influence”

  1. NFc says:

    Das ist Big Brother — nur anders!

    Irgendwie kein sehr beruhigender Gedanke, wenn ich einen Bewegungsmelder im WEB 2.0 bekomme, der meinen Impact und Influence misst — wohin soll das am Ende führen?

    NFC

  2. Michael says:

    Klout.com ist kein Bewegungsmelder. Klout erfasst lediglich auf Basis eines sehr transparenten Algorithmus Daten, die zusammengefügt den Einfluss einer Person im (Social-)Web ergeben. Natürlich ist man gerade in Deutschland sehr empfindlich, was Datenschutz anbelangt. Ich persönlich glaube aber, dass diese Angst bisher unbegründet ist und dass man sich hierzulande davon lösen sollte, da man sonst viele Chancen im Web (klassisches Beispiel: Google Streetview) vergibt.

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